Classic | 20.10.2021 | 19.30 Uhr

Young Generation in Concert
Barbara Salomon & Julian Becker

Barbara Salomon (Orgel)

Julian Becker (Orgel)

Orgeldisposition

Mittwoch, 20.10.2021, Beginn: 19.30 Uhr

St. Franziskus-Xaverius
Mörsenbroicher Weg 4
40470 Düsseldorf

UBK/VVK: € 16, AK: € 20, Ermäßigt 14€

Hier können Sie Tickets für unterschiedliche Konzerte im Paket kaufen.

Wir haben zwei herausragende Vertreter*innen der jüngsten Orgelvirtuosen-Generation eingeladen. Lesen Sie selbst, wie die beiden Ihre Programme gestaltet haben.


Julian Becker:

„Für mein heutiges Programm habe ich Orgelwerke ausgewählt, die mir besonders am Herzen liegen und denen gemeinsam ist, dass sie Variation, Spiritualität und äußerste Expressivität miteinander verbinden.


Sweelincks Echo-Fantasie aus der Tradition der franko-flämischen Vokalpolyphonie setzte zur Zeit ihrer Entstehung (etwa 1617) in der Orgelmusik neue Maßstäbe der komplexen Vielstimmigkeit und Imitation und bereitete den Weg für die Norddeutsche Orgelschule und die Kompositionstechnik der Fuge, die Bach dann weiterentwickelte. Bachs Passacaglia c-Moll, etwa hundert Jahre jünger als Sweelincks Fantasie und damit ein recht frühes Werk in seinem Schaffen, vereint Variation und Polyphonie auf bis dahin nicht gekannte Weise. Das immer wiederkehrende Thema (Ostinato) im Bass wird auf vielfältigste Weise mit Oberstimmen versehen und dadurch im Ausdruck immer wieder verändert. Für die sich nahtlos anschließende Fuge verwendet Bach die erste Hälfte des Bassthemas. Wiederkehrend ist auch das Thema der „Litanies“ des französischen, leider viel zu früh im 2. Weltkrieg verstorbenen Komponisten Jehan Alain (1911-1940). Immer wieder variiert wird diese Klage und steigert sich dabei dramatisch, ein Aufschrei Alains in einer Zeit der persönlichen Schicksalsschläge. Er selbst schrieb dazu: „Wenn man am Ende des Stückes nicht völlig erschöpft ist, hat man es weder richtig verstanden noch so gespielt, wie ich es mir vorstelle.“ Jedes Mal aufs Neue bin ich von der tiefen Religiösität in Messiaens „Nativité“ begeistert. Im 1. Satz herrschen zarte Farben vor, gefolgt von der großen Bandbreite des Ausdrucks im letzten Satz. Besonders berühren mich die Toccata, die ich als „Klänge aus dem Himmel“ empfinde, und der apotheotische Schluss in E-Dur.


J.S. Bach                                           Passacaglia und Fuge c-moll BWV 582

(1685 –1750)


Jan P. Sweelinck                              Echo Fantasia in d SwWV 260

(1562 –1621):


Jehan Alain                                       Litanies

(1911–1940)


Olivier Messiaen                              La Nativité de Seignieur:

(1908 –1992)                                      I. La vierge et l´enfant

IX. Dieu parmi nous

 

Barbara Salomon:

„Ein Konzertprogramm zu erstellen, ist für mich immer einer der herausfordernsten Aktionen in der Konzertvorbereitung. Es ist der Moment, in dem Akzente oder Schwerpunkte durch die passende Auswahl von Literatur gesetzt wird. Wie klingt das Instrument, das man meist nur aus der Ferne und nach einer schriftlichen Disposition „kennt“? Wie werden die ausgewählten Werke auf diesem Instrument in dem vorhandenen Raum erklingen?

Diese Gedanken sind genau das, was für mich die Arbeit als Organistin spannend macht. Sie bergen die Schönheit der Orgel, ihre unglaublich grenzenlose Wandelbarkeit und die Fähigkeit, in einem sakralen Raum, die Welt der Musik mit anderen Augen sehen, hören und fühlen zu können. Unter dem Aspekt der Wandelbarkeit habe ich das Programm für das Konzert in St. Franziskus Xaverius zusammengestellt. Ich beginne mit Bachs BWV 564 – ein Werk Bachs, das seine kompositorische Wandelbarkeit kaum in einer größeren Vielfalt und Außergewöhnlichkeit aufzeigen kann. Vater unser im Himmelreich – eine Choralbearbeitung von Georg Böhm, die in der überlieferten verzierten Fassung von Johann Gottfried Walther erklingen wird. Der innige Charakter des Textes wird von der Musik aufgegriffen und setzt dort an, wo die Sprache keine Worte mehr finden kann. Anton Heiller, ein österreichischer Komponist, der mit seiner Tanztoccata ein Werk schuf, das polarisiert und die Zuhörenden in seinen Bann zieht. Hier wird die Wandelbarkeit der Orgel bis an ihre Grenzen ausgeschöpft und präsentiert dem Publikum von lauten Tuttipassagen bis hin zu schnarrenden Tanzrhythmen ein einzigartiges Spektakel. Joseph Jongen, ein eher unbekannterer belgischer Komponist, präsentiert die Orgel in lieblichen und improvisatorisch-angehauchten Klängen. Es sind Farben, die sich in unserem Alltag finden lassen, die uns Kraft spenden und uns im Hier und Jetzt sein lassen. Das Konzert beschließen möchte ich mit Mendelssohn. Seine Orgelsonaten sind ein fester Bestandteil des Repertoires für Orgel. Es sind mächtige Akkorde, die das Werk, durchzogen von sanften Linien, definieren und, in einem Spiel von Differenziertheit und einer schwebenden Eleganz, in ein gebührendes Finale führen.“


J. S. Bach                                          Toccata, Adagio und Fuge in C-Dur BWV 564

(1685–1750)


Georg Böhm                                     “Vater unser im Himmelreich“ IGB 24

(1661–1733)


Anton Heiller                                    Tanztoccata

(1923–1979)


Joseph Jongen                                aus : Quatre Pièces pour Orgue Op. 37

(1873–1953)                                       I Cantabile

                                                           II Improvisation-Caprice

 

Felix Mendelssohn-Bartholdy        Orgelsonate in f-moll Op. 65/1

(1809–1847)                                       Allegro – Adagio – Andante recitativo – Allegro assai vivace


Barbara Salomon, Julian Becker (Orgel)

Mi 20.10., 19.30 Uhr, St. Franziskus-Xaverius, Mörsenbroicher Weg 4 (Mörsenbroich)

CLASSIC, UKB / VVK: €16, AK: € 20,  Ermäßigt: €14

Vorverkauf empfohlen


Anreise: Linien 701 / 708 / U71 / 733 / 752 / 754 / 834 u.a., Haltestelle "Heinrichstraße"

Mit dem Auto: Eingeschränkte Parkmöglichkeiten

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