Riad Kheder
Riad Kheder verbindet in seinen Kompositionen und Improvisationen europäische und arabisch-orientalische Stilelemente mit afrikanischen Rhythmen bis hin zu Jazz und Klassik.
Er verbindet die unterschiedlichsten Melodien so miteinander, dass Klangexperimente entstehen, wie sie zuvor noch nicht auf Riqq und Darabukka, dem Tamburin und der Bechertrommel, gespielt wurden. Nicht nur Oud, die arabische Laute, und Bandir, die Rahmentrommel, setzt er virtuos ein, wenn es darum geht, den Instrumente neue, ungewohnte Laute zu entlocken, sondern auch das Klavier. Genauso wie Hörerinnen und Hörer, denen arabische Musik vertraut ist, erstaunt aufhorchen, wenn sie die verfremdeten Rhythmen hören, reagiert ein europäisches Publikum, wenn es erfährt, dass auch der Flügel – oder das Klavier – ein Instrument für den Arabic Jazz wird.
Seine Musik ist ein Transfer zwischen den Weltkulturen. Er hat den Weg zwischen den Musikkulturen bewusst und pointiert gewählt. Es gelingt ihm, kaum zu Vereinbarendes so miteinander zu verbinden, dass es nicht etwa zu einem unverbindlichen Harmonisieren kommt, sondern – und das ist gewollt – zu Passagen, die Dissonanzen deutlich hervortreten lassen.
Riad Kheder ist ein gefragter Solist, begleitet aber auch mit Vorliebe Dichter wie Muepu Muamba aus Kongo-Zaire oder Alokeranjan Dasgupta aus Indien oder die Schriftstellerin Doris Lerche aus Deutschland bei ihren Lesungen, deren Texte, wie seine Musik, experimentellen Charakter haben. ER stammt aus Bagdad, lebt und musiziert seit Mitte der achtziger Jahre in Frankfurt am Main und hat sich dem Arabic Jazz verschrieben, den er selbst geprägt hat und seit Jahren kontinuierlich weiterentwickelt.
geboren in Bagdad, Irak
Beginn der musikalischen Ausbildung im Alter von 8 Jahren
seit 1986 in Deutschland
Studium der Musikpädagogik und –wissenschaft
Auftritte mit einer Formation, die sich traditioneller arabischer Musik und Tänzen widmete
seit 1990 Solomusiker, musikalische Entwicklung zur heutigen Ausdrucksform
Instrumente: Oud, Klavier, Darabukka (Bechertrommel) und Riqq (Tamburin). Diese Instrumente, üblicherweise Begleitinstrumente, fungieren als Soloinstrumente