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Ludwig Güttler (Dresden), Trompete
Ludwig Güttler (Dresden), Trompete
Ludwig Güttler, 1943 im erzgebirgischen Sosa geboren, genoss von Kindesbeinen an eine musikalische Ausbildung. Nach Ziehharmonika, Akkordeon, Blockflöte, Klavier, Orgel und Violoncello interessierten ihn vor allem die Blechblasinstrumente und von diesen insbesondere die Trompete. So wurde der bis dato bestehende Berufswunsch „Architekt“ von „Trompeter“ verdrängt. Sein Studium absolvierte Ludwig Güttler an der Leipziger Musikhochschule. Neben dem intensiven Üben nährte er sein weit über die Trompete hinausreichendes musikalisches Interesse durch Besuche des Leipziger Grassimuseums mit seiner faszinierenden Musikinstrumentensammlung und durch Hospitationen bei Hochschullehrern für Oboe, Violine, anderen Blechblasinstrumenten, besonders jedoch bei Sängern und Kirchenmusikern. Erste Engagements hatte Güttler als Solotrompeter des Händel-Festspiel Orchesters Halle und von 1969 bis 1980 in gleicher Position bei der Dresdner Philharmonie inne. Schon während dieser Zeit begann seine Karriere als Solist. Er wurde zu ungezählten Oratorienaufführungen als „Bachtrompeter“ verpflichtet, zudem als Interpret diverser Trompetenkonzerte, vor allem jener des Barock. Der junge Musiker gründete ein studentisches Kammerorchester und ein Vokalensemble, den „Sächsischen Singkreis“. Während er seiner Leidenschaft für das Singen durch die Mitgliedschaft in der „Meißner Kantorei 1961“ und durch die Übernahme der Leitung der Leipziger Studentenkantorei frönen konnte, avancierte er zunehmend zum Organisator und künstlerischen Leiter von Chorkonzerten und Kantatenaufführungen in der Leipziger Nikolai- und Universitätskirche. Heute zählt Ludwig Güttler zu den berühmtesten Meistern seines Fachs und hat sich ebenso als Kammermusiker und Dirigent einen bedeutenden Ruf erworben. Lehraufträge führten ihn an das Internationale Musikseminar Weimar und als Professor an die Dresdner Musikhochschule. Güttler leitet Opernproduktionen und Meisterkurse und ist regelmäßig Juror bei bedeutenden Wettbewerben. Er kann auf mehr als fünfzig hochgelobte Tonträger verweisen. Sein besonderes Interesse gilt seit den frühen 1980er Jahren der Wiederbelebung der sächsischen Hofmusik des 18. Jahrhunderts. Seinen Forschungen und seiner Suche in Bibliotheken, Archiven etc. ist es zu verdanken, dass die Konzertliteratur durch zahlreiche vergessene oder bisher unbekannte Werke dieser Epoche reicher wurde. Maßgeblich hat Ludwig Güttler an der Neuentwicklung des Corno da caccia mitgewirkt. Von der Beschäftigung mit historischen Instrumenten profitierte er genauso für sein Spiel auf modernen Ventiltrompeten. Gemeinsam mit dem 2006 verstorbenen Dresdner Musikwissenschaftler Prof. Wolfram Steude fand Güttler die silbernen Blechblasinstrumente der einstigen Dresdner Hoftrompeter. Ludwig Güttler gründete mehrere Ensembles, deren Leiter und Solist er ist: das „Leipziger Bach-Collegium“ (bestehend seit 1976), das „Blechbläserensemble Ludwig Güttler“ (1978) sowie das Kammerorchester „Virtuosi Saxoniae“ (1985). Mit ihnen sowie in der Besetzung Trompete und Orgel bestreitet Güttler jährlich rund 110 Konzerte. Die Leitung u.a. von chorsinfonischen Konzerten sowie Gastdirigate bei anderen Orchestern komplettieren sein großes Arbeitspensum. Für seine künstlerischen Leistungen, seine Forschungstätigkeit und für sein gesellschaftliches Engagement – u.a. für den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche oder für die Förderung des musikalischen Nachwuchses – wurde Ludwig Güttler mehrfach ausgezeichnet.