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Jan-Wellem-Trompetenensemble

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Jan-Wellem-Trompetenensemble

Höhepunkt und Blütezeit der hohen Kunst des Clarinblasens (das Spielen der extrem hohen Trompetenlage) war die Barockzeit. Aus Representationsgründen hielten sich Kaiser, Könige und Fürsten am Hofe verschiedene Trompeten-Ensembles. Die Trompeter waren Offiziere bei Hofe und waren sogar vom Kriegsdienst befreit. Sie durften nur vor dem Herrscher auftreten. Sie spielten bei den Hofzeremonien und bei festlichen Gottesdiensten bei Anwesenheit der Hoheiten.
Als Johann Wilhelm, Kurfürst von der Pfalz (1658-1716), im Volksmund Jan Wellem genannt, seine Residenz nach Düsseldorf verlegte, begann durch seine Hofhaltung die Düsseldorfer Blütezeit. Sein Vorbild war der Hof von Versailles, dem er nacheiferte. So beschäftigte er auch ein großes Trompeten-Ensemble, welches am Hofe und in der Hofkirche französische und italienische Konzerte und Aufzugsmusik erklingen lies.
Seit einiger Zeit beschäftigt sich das Ensemble mit der Interpretation dieser Werke und versucht vergessene Kompositionen neu zu entdecken und wiederzubeleben.

Bei fast allen Kompositionen handelt es sich um Originalwerke für Trompeten-Ensemble mit Begleitung. Der damaligen Tradition folgend, wurden die Stücke in wechselnder Besetzung gespielt, je nachdem was gerade verfügbar war. Teils wurde die Trompetengruppe von einem Orchester begleitet, teilweise nur vom Continuo, d. h., vom Cembalo nebst Bassinstrumenten wie Cello, Kontrabass und tiefen Holzbläsern, oder der Orgel.
Ein gutes Beispiel ist die Musik von Delalande, der zuerst in großen Pariser Kirchen wirkte, bevor er musikalischer Günstling des Königs wurde. Am Hofe wurde mit Orchester begleitet, in der Kirche, in Anwesenheit des Königs, mit Orgel. Da der Düsseldorfer Kurfürst dem französischen Hof nacheiferte und teilweise versuchte zu übertreffen, kann man sogar davon ausgehen, daß im 17. Jahrhundert genau diese Musik hier in St. Lambertus oder in der Hofkirche St. Andreas schon zu hören war.
Die Werke von Purcell und Stanley sind die englische Variante. Zuerst als Voluntaries geschrieben, kleine Stücke mit stark improvisierendem Charakter, wurden sie damals schon für wechselnd große Trompeten-Ensembles bearbeite.
Die Bach-Suite ist eine neuere Bearbeitung, eine Zusammenstellung aus verschiedenen Kantaten und Suiten. Auch hier wird der damaligen Tradition gefolgt, Bach selbst hat verschiedene eigene Kompositionen und Werke anderer Komponisten für andere Instrumente bearbeitet.
Über die Entstehung des Konzertes von Telemann ist leider wenig bekannt. Es wird vermutet, daß es in der Zeit entstand, als er als Kapellmeister in zwei Frankfurter Kirchen arbeitete. Sehr wahrscheinlich wurde es für den Gebrauch im Gottesdienst geschrieben.

Jan Wellem Trompetenensemble:

- Tomislav Hurcak, musikalische Leitung & Trompete
- Zeljko Ogrizek, Trompete
- Willi Burg, Trompete
- Holger Koch, Trompete
- Jochen Clüsserat, Pauken
- Heinz Terbuyken, Orgel