Düsseldorf wird fünf Wochen lang zu einer Hauptstadt der internationalen Orgelwelt
Vom 1. Oktober bis zum 6. November versammeln sich Top-Organisten aus Frankreich, den Niederlanden, Norwegen, Finnland und Deutschland und lassen im 1. Internationalen Düsseldorfer Orgelfestival (IDO) – mit insgesamt über 100 Mitwirkenden – die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt über fünf Wochen lang auch zu einer Hauptstadt der internationalen Orgelwelt aufsteigen.
Für die Staatliche Musikhochschule in Düsseldorf bedeutet dies einen enormen Zugewinn an attraktivem Anschauungsmaterial für Lehrende und Studierende, insbesondere natürlich im Fach Orgel und für die Kirchenmusik-Ausbildung, die bereits als eine tragende Säule der Robert-Schumann-Hochschule anerkannt ist und durch die gleichzeitige Gründung eines ökumenischen Instituts für Kirchenmusik zum 1. Oktober 2006 eine weitere bedeutende Stärkung erfährt.
Wichtige Akzente setzen unter anderen Jos van der Kooy, der als Organist an St. Bavo in Haarlem, Dozent und Juror in Orgelwettbewerben wirkt und als ein Hauptvertreter der niederländischen Improvisationskunst eine große Ausstrahlung auf die jüngere Organistengeneration besitzt (Sonntag, 8.10., 18 Uhr, Ev. Auferstehungskirche, Oberkassel, Arnulfstr. 33) und Naji Hakim, geboren in Beirut, als Nachfolger von Olivier Messiaen, Titularorganist an St. Trinité in Paris und einer der bedeutendsten lebenden Komponisten. Er wird auch im Zusammenhang der Konflikte im Libanon das Thema „Frieden“ in den Mittelpunkt seines Konzertes am Montag, 16.10., um 19.30 Uhr in St. Peter (Friedrichstadt, Kirchplatz) stellen.
Studierende der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf besuchten, hörten und lernten von Frédéric Blanc im Rahmen einer Orgelstudienfahrt im April 2006. Am Montag, 23.10., stellt er um 19.30 Uhr in St. Lambertus (Altstadt, Stiftsplatz) symphonische französische Orgelmusik und seine eigene Improvisationskunst vor.
Im Abschlusskonzert am Montag, 6.11., um 19.30 Uhr (ebenfalls in St. Lambertus) beendet Olivier Latry, Titularorganist der Kathedrale Notre Dame in Paris und einer der gefragtesten und zu Recht einer der berühmtesten Solisten der Welt, den vierteiligen Konzertzyklus mit französischer Orgelsymphonik, der das Festival wie ein roter Faden durchzieht.
Gleich zu Beginn ist die Robert-Schumann-Hochschule, die das 1. Internationale Düsseldorfer Orgelfestival unterstützt, mit den beiden Workshops „Orgel entdecken“ und „Orgel neu entdecken“ in der Melanchthonkirche, deren Orgel von der Hochschule als Unterrichtsinstrument genutzt wird, beteiligt.
Gemeinsam mit Studierenden führt Professor Torsten Laux im ersten Workshop (Mittwoch, 4.10.) in die Geschichte des Orgelbaus und des Orgelspiels ein, dabei soll eine Vorstellung von der Technik der Orgel und von historisch gewachsenen Orgellandschaften entstehen, Klangbeispiele sollen auch Kindern und Laien ein lebendiges Bild von der Kunst der Improvisation und Komposition für die Orgel geben. Im Workshop II (Donnerstag, 5.10.) stellt Professor Laux zukunftweisende Ideen, Experimente mit Pop und Jazz, Event und Kommunikation vor, jeweils um 18 Uhr spielt er ein Konzert mit symphonischen Werken und Bearbeitungen von César Franck und Edward Elgar (Mittwoch, 4.10.) und Improvisationen über Themenwünsche aus dem Publikum (Donnerstag, 5.10.).
Die „Orgel entdecken“ und „Orgel neu entdecken“, dies soll auch das Motto sein für das diesjährige Festival: Die „Königin der Instrumente“ auf unterschiedliche und innovative Weise in ihren großartigen Möglichkeiten zu entdecken. Japanische Trommeln, Big Band, Stummfilm, Jazz und anderes mehr sollen helfen, die Orgel neu zu hören und neu zu entdecken.